Für Jobsuchende Aktualisiert: 02.11.2026

Quereinstieg in die Versicherung: so klappt der Wechsel

Du willst raus aus deinem alten Job und in die Versicherungs- oder Finanzbranche? Hier erfährst du, welche Einstiegswege es gibt, wann du die IHK-Sachkundeprüfung brauchst und worauf du bei Angeboten achten solltest.

Kann man ohne Ausbildung in die Versicherung einsteigen?

Ja, eine bestimmte Berufsausbildung ist nicht vorgeschrieben. Vor allem im Vertrieb und Außendienst stellen Versicherungen, Agenturen und Maklerbüros regelmäßig Quereinsteiger ein. Entscheidend sind weniger Zeugnisse als die Frage, ob du gern mit Menschen sprichst, dich selbst organisieren kannst und bereit bist, dich fachlich einzuarbeiten.

Wer Kunden direkt berät und Verträge vermittelt, braucht in der Regel einen Sachkundenachweis. Den kannst du auch nach dem Einstieg erwerben, viele Betriebe begleiten dich dabei.

Welche Einstiegswege gibt es?

Du kannst angestellt im Außendienst, als gebundener Vertreter, als Makler bzw. Mehrfachvertreter oder im Innendienst einsteigen. Die Wege unterscheiden sich vor allem darin, ob du angestellt oder selbstständig bist und ob du eine eigene Erlaubnis brauchst.

WegWie du arbeitestEigene Erlaubnis nach § 34d GewO?
Angestellt im AußendienstAngestellt bei einem Versicherer oder Vertrieb, berätst KundenNein, du arbeitest für den Arbeitgeber; Sachkunde wird trotzdem verlangt
Gebundener Vertreter (Ausschließlichkeit)Meist selbstständig, vermittelst nur Produkte eines VersicherersNein, wenn der Versicherer nach § 34d Abs. 7 GewO die Haftung übernimmt und dich registriert
Makler oder MehrfachvertreterSelbstständig, vergleichst Produkte mehrerer GesellschaftenJa, Erlaubnis der IHK mit Sachkunde, Berufshaftpflicht und Registrierung
Innendienst und KundenserviceAngestellt, bearbeitest Verträge, Schäden oder KundenanfragenNein; ob Sachkunde verlangt wird, hängt von der konkreten Aufgabe ab

Für die meisten Quereinsteiger ist der angestellte Außendienst oder der Innendienst der sicherste Start: festes Umfeld, Einarbeitung, kein eigenes Unternehmerrisiko.

Was ist die IHK-Sachkundeprüfung?

Die IHK-Sachkundeprüfung ist der übliche Nachweis, dass du Kunden fachlich korrekt beraten kannst. Sie heißt „Geprüfte Fachfrau / Geprüfter Fachmann für Versicherungsvermittlung (IHK)“ und hat zwei Teile:

  • Schriftlicher Teil: Fachwissen zu Versicherungen und rechtlichen Grundlagen.
  • Praktischer Teil: ein simuliertes Kundengespräch, in dem du Bedarf ermittelst, Lösungen aufzeigst und ein Produkt vorstellst.

Bestimmte Berufsabschlüsse werden als gleichwertig anerkannt. Ob dein Abschluss dazugehört, beantwortet deine IHK. Nach dem Einstieg gilt eine Weiterbildungspflicht von 15 Stunden pro Kalenderjahr für alle, die unmittelbar an Vermittlung oder Beratung mitwirken.

Welche Erfahrung zählt beim Wechsel?

Am meisten zählen Erfahrung in Verkauf und Beratung, Kundenkontakt und Selbstorganisation. Diese Fähigkeiten lassen sich direkt übertragen:

  • Verkauf und Beratung: zum Beispiel aus Autohaus, Einzelhandel, Telekommunikation oder Energievertrieb
  • Kundenkontakt: Service, Gastronomie, Empfang, Callcenter
  • Selbstorganisation: Terminplanung, Außendienst, Arbeiten mit Zielen
  • Fachwissen aus der Praxis: wer aus Handwerk, Kfz oder Immobilien kommt, versteht die Risiken der Kunden oft besser als Theoretiker

Worauf solltest du bei Angeboten achten?

Achte vor allem auf Vertragsform, Einkommen in den ersten Monaten, Stornohaftung und Einarbeitung und kläre diese Punkte schriftlich, bevor du unterschreibst:

  • Angestellt oder selbstständig? Als selbstständiger Handelsvertreter trägst du Kosten und Risiko selbst. Lass dir genau erklären, was im Vertrag steht.
  • Festgehalt oder Provision? Frag, wie sich dein Einkommen in den ersten Monaten zusammensetzt und was passiert, wenn du die Ziele nicht erreichst.
  • Stornohaftung: Kündigt ein Kunde früh, kann eine bereits gezahlte Provision zurückgefordert werden. Frag nach Höhe und Zeitraum.
  • Einarbeitung und Sachkunde: Wer bereitet dich auf die Prüfung vor, und wer trägt die Kosten?
  • Kundenstamm: Bekommst du Bestandskunden oder Termine gestellt, oder musst du alles selbst aufbauen?

Seriöse Betriebe beantworten diese Fragen offen. Wenn dir jemand schnelles, hohes Einkommen ohne Einarbeitung verspricht, sei vorsichtig.

Wie hilft dir Antriebswerk beim Einstieg?

Du trägst dich einmal in unseren Talent-Pool ein, und wir stellen dein Profil passenden Versicherungs- und Finanzbetrieben vor. Wir bauen für Versicherungs- und Finanzbetriebe Recruiting-Systeme und wissen deshalb, wer gerade sucht. In unserem Talent-Pool legst du einmal dein Profil an: Branche, Wunschjob, Standort, ob du vor Ort, hybrid oder remote arbeiten willst, und deine Nachweise wie § 34d oder die IHK-Sachkunde. Ein Lebenslauf ist optional.

Dich reizt eher die Immobilienbranche? Lies unseren Ratgeber Immobilienmakler werden als Quereinsteiger. Du willst lieber auf die Straße? Dann passt LKW-Fahrer als Quereinsteiger.

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Häufige Fragen

Kann ich ohne kaufmännische Ausbildung in die Versicherungsbranche wechseln?
Ja. Vor allem im Vertrieb und Außendienst stellen viele Betriebe Quereinsteiger ein. Wer Kunden direkt berät und vermittelt, braucht in der Regel einen Sachkundenachweis, zum Beispiel die IHK-Sachkundeprüfung. Die kann man auch nach dem Einstieg ablegen.

Brauche ich als Quereinsteiger eine eigene Erlaubnis nach § 34d GewO?
Nicht immer. Gebundene Vertreter, die nur für ein Versicherungsunternehmen arbeiten, können nach § 34d Abs. 7 GewO ohne eigene Erlaubnis tätig sein, wenn das Unternehmen die Haftung übernimmt und sie registriert. Makler und Mehrfachvertreter brauchen eine eigene Erlaubnis der IHK.

Wie läuft die IHK-Sachkundeprüfung ab?
Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Im praktischen Teil wird ein Kundengespräch simuliert: Bedarf ermitteln, Lösungen aufzeigen, Produkt vorstellen. Bestimmte Berufsabschlüsse werden als gleichwertig anerkannt.

Muss ich mich nach dem Einstieg weiterbilden?
Ja. Wer unmittelbar an der Vermittlung oder Beratung mitwirkt, muss sich 15 Stunden pro Kalenderjahr weiterbilden.

Was kostet mich der Talent-Pool von Antriebswerk?
Nichts. Du legst dein Profil an, wir gleichen es mit Betrieben ab, die gerade suchen, und melden uns, wenn etwas passt. Wir veröffentlichen keine Stellenanzeigen und versprechen keine Gehälter.

Aktualisiert am 02.11.2026 von Nils Böndel, Antriebswerk. Allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung; maßgeblich sind Gewerbeordnung und Auskünfte deiner IHK.