Für Quereinsteiger Aktualisiert: 02.11.2026

LKW-Fahrer als Quereinsteiger: auch ohne Führerschein

Du willst raus aus deinem bisherigen Job und rein ins Fahrerhaus? Hier siehst du, welche Führerscheinklassen und Qualifikationen du brauchst, wie die Arbeitsagentur den Weg fördern kann und wie du an einen passenden Betrieb kommst.

Kann man ohne Führerschein LKW-Fahrer werden?

Ja, du kannst als Quereinsteiger ohne LKW-Führerschein starten. Bevor du gewerblich LKW fährst, brauchst du aber zwei Dinge: die Fahrerlaubnis der Klasse C (mit Anhänger: CE) und die Berufskraftfahrer-Qualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz (BKrFQG).

Voraussetzung für Klasse C ist der Pkw-Führerschein Klasse B. Hast du ihn noch nicht, kannst du beide parallel machen; die Klasse C wird dann frühestens zusammen mit Klasse B erteilt (§ 9 Abs. 1 FeV). Für CE brauchst du die Fahrerlaubnis für das Zugfahrzeug, also Klasse C (§ 9 Abs. 2 FeV).

Welche Wege führen in den Job als LKW-Fahrer?

Es gibt vier typische Wege: Ausbildung, Umschulung, Führerschein mit Grundqualifikation per Prüfung und Führerschein mit beschleunigter Grundqualifikation. Sie unterscheiden sich vor allem in Dauer, Prüfung und Mindestalter.

WegWas du machstPrüfungFür wen
Ausbildung zum BerufskraftfahrerDuale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule; die Grundqualifikation ist darin enthalten (§ 2 Abs. 1 BKrFQG)Abschlussprüfung der AusbildungWer den Beruf von Grund auf lernen will
UmschulungDerselbe Berufsabschluss in verkürzter Form für Erwachsene, kann über die Arbeitsagentur gefördert werdenAbschlussprüfung wie in der AusbildungErwachsene mit Förderung, die einen Berufsabschluss wollen
Führerschein + GrundqualifikationFührerschein C/CE, dazu Prüfung bei der IHK; Unterricht ist nicht vorgeschriebenTheorie und Praxis bei der IHKWer schon ab 18 Klasse C/CE fahren will
Führerschein + beschleunigte GrundqualifikationFührerschein C/CE, dazu 140 Unterrichtsstunden an einer anerkannten AusbildungsstätteTheorie bei der IHKQuereinsteiger ab 21, die schnell in den Job wollen

Grundqualifikation oder beschleunigte Grundqualifikation: Was ist der Unterschied?

Die beschleunigte Grundqualifikation hat Pflichtunterricht und nur eine Theorieprüfung, die Grundqualifikation hat keinen Pflichtunterricht, dafür eine Theorie- und eine Praxisprüfung. Wichtig für dich ist außerdem das Mindestalter.

GrundqualifikationBeschleunigte Grundqualifikation
VorbereitungKein Unterricht vorgeschrieben140 Unterrichtsstunden à 60 Minuten an einer anerkannten Ausbildungsstätte
Prüfung bei der IHKTheorie (240 Minuten) und Praxis (120 Minuten)Theoretische Prüfung
Mindestalter Klasse C/CE18 Jahre21 Jahre
Mindestalter Klasse C1/C1E18 Jahre18 Jahre

Angaben laut IHK Heilbronn-Franken und § 10 FeV. Die Qualifikation wird in Deutschland im Fahrerqualifizierungsnachweis (FQN) dokumentiert; ältere Einträge mit der Schlüsselzahl 95 im Führerschein bleiben gültig. Danach bildest du dich im Abstand von jeweils fünf Jahren an einer anerkannten Ausbildungsstätte weiter (§ 5 BKrFQG).

Zahlt die Arbeitsagentur den LKW-Führerschein?

Sie kann: Mit einem Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten einer beruflichen Weiterbildung ganz oder teilweise, einen allgemeinen Anspruch darauf gibt es aber nicht. Ob du gefördert wirst, klärt die Agentur in einem persönlichen Beratungsgespräch (Rechtsgrundlage § 81 SGB III).

  • Wer: Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit Bedrohte und unter Umständen auch Beschäftigte. Seit dem 01.01.2025 übernimmt die Agentur für Arbeit auch die Weiterbildungsförderung für Kundinnen und Kunden der Jobcenter.
  • Was übernommen werden kann: Lehrgangskosten inklusive Lernmittel und Prüfungsgebühren, Fahrkosten, Kinderbetreuung und, wenn tägliches Pendeln nicht zumutbar ist, auswärtige Unterbringung und Verpflegung.
  • Welcher Kurs: Bildungsträger und Maßnahme müssen von einer fachkundigen Stelle zugelassen sein. Bei LKW-Fahrern kann das eine Maßnahme sein, die Führerschein C/CE und beschleunigte Grundqualifikation verbindet. Passende Angebote findest du im Portal „mein NOW“.
  • Gültigkeit: Der Gutschein ist in der Regel befristet, regional begrenzt und an ein Bildungsziel gebunden.

Manche Betriebe finanzieren den Führerschein auch selbst. Dann lass dir vorher schriftlich erklären, ob und wann du Kosten zurückzahlen musst, wenn du früher gehst.

Wie läuft der Quereinstieg Schritt für Schritt?

In sechs Schritten kommst du vom Entschluss bis zum ersten Einsatz.

  1. Beratung: Willst du gefördert werden, vereinbare zuerst einen Termin bei deiner Agentur für Arbeit oder deinem Jobcenter.
  2. Untersuchungen: Für Klasse C/CE brauchst du einen ärztlichen Nachweis nach Anlage 5 FeV und eine Untersuchung des Sehvermögens nach Anlage 6 FeV (§ 11 Abs. 9 und § 12 Abs. 6 FeV).
  3. Kurs wählen: eine Fahrschule bzw. anerkannte Ausbildungsstätte, bei Förderung mit Zulassung.
  4. Prüfungen: Führerscheinprüfung in Theorie und Praxis sowie die IHK-Prüfung zur (beschleunigten) Grundqualifikation.
  5. Nachweis: Fahrerqualifizierungsnachweis beantragen.
  6. Job finden: Betriebe ansprechen oder dich in unseren Talent-Pool eintragen.

Welche Erfahrung hilft dir beim Wechsel?

Hilfreich ist alles, was Zuverlässigkeit, Orientierung und Umgang mit Technik zeigt. Diese Erfahrungen lassen sich gut übertragen:

  • Fahrpraxis: zum Beispiel als Kurier oder mit Transportern der Klasse B
  • Lager und Logistik: Staplerschein, Ladungssicherung, Umgang mit Lieferscheinen
  • Handwerk und Technik: wer Fahrzeuge und Aufbauten versteht, erkennt Probleme früher
  • Kundenkontakt: Zustellung, Service, Abholung beim Kunden
  • Selbstorganisation: allein unterwegs sein, Zeitfenster sowie Lenk- und Ruhezeiten einhalten

Worauf solltest du bei Angeboten achten?

Kläre vor der Unterschrift vor allem Touren, Arbeitszeiten, Fahrzeug und Einarbeitung.

  • Nah-, Regional- oder Fernverkehr? Wie oft bist du über Nacht unterwegs?
  • Fahrzeug und Aufbau: Plane, Kühlung, Container, Kipper oder Tank? Brauchst du später Zusatzqualifikationen?
  • Einarbeitung: Fährst du die ersten Touren mit einem erfahrenen Kollegen?
  • Weiterbildung: Wer zahlt die Pflicht-Weiterbildung alle fünf Jahre, und zählt sie als Arbeitszeit?
  • Vergütung: Lass dir Grundlohn, Zuschläge und Spesen schriftlich geben. Einen neutralen Überblick über übliche Entgelte bietet der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.

Wie hilft dir Antriebswerk beim Einstieg?

Du trägst dich einmal in unseren Talent-Pool ein, und wir vermitteln dich an passende Betriebe aus Transport und Logistik. Wir gleichen dein Profil mit Betrieben ab, die gerade suchen, und melden uns, wenn etwas passt.

  • Kostenlos für dich, Lebenslauf optional
  • Keine erfundenen Stellenanzeigen, keine Gehaltsversprechen: Wir melden uns nur, wenn ein Betrieb wirklich passt
  • Auch wenn du gerade erst mit dem Führerschein anfängst: Gib deinen Stand einfach an

Dich reizt eher der Vertrieb? Lies unsere Ratgeber Quereinstieg in die Versicherung und Immobilienmakler werden als Quereinsteiger.

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Häufige Fragen

Kann ich ohne Führerschein LKW-Fahrer werden?
Ja. Du brauchst vor dem gewerblichen Einsatz die Fahrerlaubnis Klasse C bzw. CE und die Berufskraftfahrer-Qualifikation. Voraussetzung für Klasse C ist der Pkw-Führerschein Klasse B, den du auch parallel machen kannst (§ 9 FeV).

Ab welchem Alter darf ich als Berufskraftfahrer LKW fahren?
Für die Klassen C und CE gilt grundsätzlich 21 Jahre. Ab 18 Jahren geht es nach bestandener Grundqualifikation bei der IHK oder während bzw. nach einer Ausbildung zum Berufskraftfahrer; im zweiten Fall gilt die Fahrerlaubnis bis 21 nur im Inland und im Rahmen der Ausbildung (§ 10 FeV). Mit der beschleunigten Grundqualifikation bleibt es bei 21 Jahren.

Bezahlt das Arbeitsamt den LKW-Führerschein?
Das ist möglich, aber kein Automatismus. Die Agentur für Arbeit kann eine zugelassene Weiterbildung über einen Bildungsgutschein fördern. Ob du die Voraussetzungen erfüllst, wird im persönlichen Beratungsgespräch geklärt.

Wie viel Unterricht hat die beschleunigte Grundqualifikation?
Vorgeschrieben sind 140 Unterrichtsstunden à 60 Minuten an einer anerkannten Ausbildungsstätte, danach folgt eine theoretische Prüfung bei der IHK. Wie viele Wochen das dauert, hängt vom Kursmodell ab.

Muss ich mich als LKW-Fahrer regelmäßig weiterbilden?
Ja. Die erste Weiterbildung ist in der Regel innerhalb von fünf Jahren nach dem Erwerb der Grundqualifikation abzuschließen, danach jeweils im Abstand von fünf Jahren, durch Unterricht an einer anerkannten Ausbildungsstätte (§ 5 BKrFQG).

Aktualisiert am 02.11.2026 von Nils Böndel, Antriebswerk. Allgemeine Informationen, keine Rechts- oder Förderberatung; maßgeblich sind die Fahrerlaubnis-Verordnung, das Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz und die Auskünfte deiner Agentur für Arbeit, IHK und Fahrerlaubnisbehörde.